Dem wertvollen Holz auf der Spur – ein Besuch auf dem Submissionsplatz der Thüringer Landesforstanstalt

Die Auszubildenden im Berufsbild Forstwirt der Klasse Forst 24 (2. Ausbildungsjahr) führten im Rahmen des Berufsschulunterrichtes am 10. Februar 2026 eine Fachexkursion zum Wertholzplatz der Thüringer Landesforstanstalt in Erfurt-Egstedt durch.

Der Tag versprach einigermaßen gutes Wetter – wichtig für Ausbildungstermine im Freien – und hielt sich auch daran. So trafen sich die Azubis am Morgen mit ihrem Berufsschullehrer vor dem Eingangstor des gut gesicherten Geländes am Erfurter Steigerwald, um in den folgenden Stunden Einiges über die Geheimnisse des erfolgreichen Holzverkaufes zu erfahren.

Speziell ging es – neben einem Überblick über die verschiedenen Holzverkaufsverfahren allgemein – um die Versteigerung von besonders wertvollen Holzstämmen im Verfahren einer Submission. Das bedeutet, dass die interessierten Holzkäufer für jeden einzelnen Holzstamm ein schriftliches Gebot verdeckt (also in einem geschlossenen Umschlag) bis zu einem Stichtag - in diesem Jahr der 30. Januar 2026 – abgeben müssen. Die Gebote werden dann geöffnet und ausgewertet, der Höchstbietende erhält den Zuschlag und hat damit den Stamm gekauft. In Thüringen findet diese Verkaufsform nur einmal in jedem Jahr statt.

Die 900 Objekte der Begierde lagen dazu ab Dezember 2025 zur Besichtigung sauber aufgereiht und sortiert auf dem Gelände des Wertholzplatzes, insgesamt in einer Menge von 1.355 Festmetern. Der Platz wird vom Forstamt Erfurt-Willrode betreut und auch bewacht, denn das Holz stellt einen Wert von insgesamt etwa 690.000 € dar, welcher am Ende in die Kassen der Waldbesitzer fließt. Käufer der wertvollen Stämme sind Vertreter der einheimischen und auch internationalen Holzindustrie, die daraus wertvolle Möbel und hochwertige Gebrauchsgüter herstellen.

In das Geschehen um diesen schon recht aufwändigen Holzverkauf sind auch die Forstwirte mit einem erheblichen Umfang eingebunden. Dies erklärte der Leiter des Forstamtes Willrode, Herr Sascha Schlehahn, den Auszubildenden. Er führte die Gruppe über den Platz und gab aus seinem Expertenwissen zahlreiche Informationen an die Azubis weiter. So erläuterte er den Forstwirten in spe die umfangreichen Aufgaben und notwendigen Arbeiten, damit ein reibungsloser Ablauf möglich wird. Auch informierte er zu den Ergebnissen bei den unterschiedlichsten Holzarten, die von Eiche über Esche und Buntlaubhölzern bis zu Lärche und Douglasie reichten. An dieser Stelle sei Herrn Schlehahn noch einmal recht herzlich dafür gedankt.

Die zukünftigen Forstwirte erfuhren so, dass vielleicht auch sie einmal nach Abschluss ihrer Ausbildung die wertvollen Stämme besonders sorgfältig fällen und zurichten müssen, damit sie als Blickfang am Ende das Interesse der Käufer auf sich ziehen und einen möglichst hohen Erlös einbringen. Auf dem Platz muss jeder Stamm ordentlich gelagert werden, selbst das Schneeräumen - falls nötig – muss erledigt werden.

Beim Rundgang an den Stämmen entlang ging es auch um Eigenheiten und Merkmale der Baumstämme, die die Natur bereithält und welche den Wert des Holzes mehr oder minder ausmachen. Jeder Stamm ist einmalig – ein Alleinstellungsmerkmal des natürlichen Rohstoffes Holz, der die Arbeit um und mit ihm so interessant macht. Den Azubis war anzumerken, dass schon etwas Stolz auf ihren Beruf aufkam – und das zu Recht! Wer kann schon professionell mit tonnenschweren Baumstämmen umgehen und deren Eigenschaften und Wert genau erkennen?

Die Ergebnisse der Wertholzsubmission können sich sehen lassen, auch wenn das hier verkaufte Holz eigentlich im Promille-Bereich der sonst an Holzkunden verkauften Holzmenge liegt und damit nicht das Hauptgeschäft eines Forstbetriebes ist. Am besten gingen die Eichen weg, gefolgt von der Baumart Esche. Diese machten auch den Hauptteil der angebotenen Menge aus. 

So ist es nicht verwunderlich, dass die „Bräute“ der Submission zwei Eichen-Stämme waren, die zu einem Preis von 3.023 € je Festmeter gekauft wurden. Als „Braut“ wird der Stamm mit dem höchsten Kaufpreis auf einer Submission bezeichnet. Die Azubis staunten, denn den guten Preis sah man den Stämmen nicht gleich an.

Am Ende der gelungenen Exkursion lachte auch die Sonne mit unseren Auszubildenden, die an diesem Unterrichtstag sehr viel praxisnahes Wissen mit nach Hause nehmen konnten und hoffentlich mit dieser abwechslungsreichen Unterrichtsform sehr zufrieden waren….

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Veröffentlichung

Fr, 13. Februar 2026

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